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Die Rutschkupplung in Lebensgrösse -
neben der mittigen Seilscheibe sind die beiden Lamellengehäuse mit
Lüftungsschlitzen und die äusseren Lagerböcke zu
erkennen |
Was ist aber in der Zwischenzeit mit dem Mitnehmer
geschehen? Nachdem die Reibkupplung schlagartig gelöst wurde, werden die
sich noch drehenden Seilschreiben über ein eigenes Bremssystem abgebremst.
Der Zug fährt zu diesem Zeitpunkt aus eigener Kraft in den
Vertikallooping. Mittels eines eigenen Motors in der Spannstation wird
der Pusher zum Ausganspunkt der Station transportiert. Die
Rückführung geschieht über den unteren Seiltrum, also
außerhalb des eigentlichen Schienensystems. Somit ist eine Kollision
zwischen Mitnehmer und dem rückwärts einfahrenden Zug ausgeschlossen.
Vor dem nächsten Start erfolgt die exakte Positionierung des Mitnehmers am
letzten Wagen.
Die obere Zeichnung zeigt die Antriebsstation des Shuttle
Loop. Auf der linken Seite befindet sich das Schwungrad, welches vom
Elektromotor über eine Keilriemenscheibe im
Übersetzungsverhältniss 2,77 : 1 auf Betriebszahl gebracht wird. Im
Planetengetriebe wird die Drehzahl im Verhältnis 4:1 reduziert, um
gleichzeitig ein höheres Antriebsmoment bereitzustellen. Zum Ausgleich von
Montage- und Fluchtungsfehlern befindet sich vor und hinter dem Getriebe eine
elastische Kupplung. Die beiden pneumatisch geschalteten Reibkupplungen
verbinden beim Start die Antriebswelle mit der Seilscheibe, um das Drehmoment
auf den Seiltrieb zu übertragen. Die überdimensionale Kupplung wurde
für Schwarzkopf von dem in Arnsberg ansässigen
Maschinenbauunternehmen Desch gefertigt.
Die grösste Herausforderung beim Kupplungsvorgang ist
die enorme Hitzeentwicklung: Beim Startvorgang werden die Reiblamellenpakete
per Luftdruck schlagartig aufeinandergepresst, wobei die Kupplung nicht sofort
greift. Während des Durchschleifens entsteht durch die relative Bewegung
der Lamellen zueinander Reibungswärme. Ohne Kühlung würden die
Reiblamellen binnen weniger Betriebszyklen verbrennen. Eine aktive Kühlung
duch Luftzirkulation verhindert dies. Bei Rotation der Seilscheibe wird die
Luft ähnlich wie bei einem Ventilator durch die Kupplungseinheit gesaugt.
Der zirkulierende Luftstrom kühlt die gesamte Kupplungseinheit.
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Der Pusher greift formschlüssig am
letzten Wagen des Zuges ein |
Die Mechanik der überdimensionalen Kupplung ist Segen
und Fluch zugleich: Auf der einen Seite ermöglicht sie eine
kostengünstige Übertragung der im Schwungrad gespeicherten Energie
auf den Seilzug, auf der anderen Seite ist der Verschleiss trotz
Luftkühlung derart hoch, dass die Parks die Shuttle Loops unter
sehr geringer Kapazität betreiben oder bereits ausgemustert haben. Ein
ähnliches Schicksal ist für die Turbine vorprogrammiert,
welche 2009 ihre letzte Saison erleben soll.
Lineare Induktionsmotoren verdängen seit einigen Jahren
mechanische Antriebslösungen bei Achterbahnen im unteren und
mittleren Geschwidnigkeitssegment von bis zu 100 km/h. Sie sind nicht nur
wirtschaftlicher im Betrieb sondern auch nahezu wartungsfrei. Bei
Geschwindigkeiten über 100 Stundenkilometer bietet der Hydraulikantrieb
das stärkste Antriebskonzept. Erstmals wurde das System beim
Xcelerator im amerikanischen Freizeitpark Knott's Berry Farm
eingesetzt, um 135 km/h Spitze zu erreichen: Statt eines Elektromotors mit
gekoppelter Schwungscheibe wird das Antriebsmoment über leistungstarke
Hydraulikmotoren auf den Seiltrieb übertragen. Die Energie wird wie beim
Shuttle Loop zwischen den Beschleunigungsintervallen gespeichert. Statt
ein Schwungrad in Rotation zu versetzen wird Stickstoff in einem Speicher auf
bis zu 300bar komprimiert. Die unter Hochdruck stehende Stickstoffsäule
drückt nach Öffnen der Ventile schlagartig Öl durch die Motoren.
Die weltweit schnellste Achterbahn, Kingda Ka im amerikanischen Six
Flags Great Adventure, erreicht mit dieser Antriebstechnik eine
Geschwindigkeit von 210 Stundenkilometer.
Text: Coastersandmore Bilder: Archiv,
Coastersandmore |