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Nicht nur der niederländische Achterbahnhersteller Vekoma und die Schweizer Edelschmiede Bolliger & Mabillard setzen auf Inverted Coaster, auch der Weltmarktführer Intamin führt selbige in seiner Produktlinie. Nach Tornado im Parque de Atracciones im spanischen Madrid konnte die Intamin AG ihren zweiten europäischen Inverted Coaster unter gleichem Namen nach Finnland ausliefern. Selten sind diese Exemplare schon, jedoch brauchen sie sich nicht vor anderen Hängeachterbahnen zu verstecken. Power, Spaß und eine ruhige Fahrt zeichnen die Anlage im Särkänniemi Adventure Park in Tampere aus.

Offizielle Internetseite des Särkänniemi Adventure Parks

Die beiden europäischen Anlagen sind die einzigen "klassischen" stationären Inverted Coaster der Intamin AG. Begonnen haben die Schweizer mit einer ungewöhnlichen Bahn im amerikanischen Paramount's Kings Dominion. Mittels zweier LIM-Katapultabschnitte werden die Züge des Volcano - The Blast Coaster aus dem Krater eines künstlichen Vulkans geschleudert. Es folgte die spanische Anlage und diese setzt wieder auf den klassischen Lifthill zur Energieaufnahme des ansonsten antriebslosen Fahrzeuges. Für die komplett custom-designte Bahn im finnischen Tampere wurde das Layout sogar noch verschärft: Fünf statt drei Inversionen werden hier aufgeboten und die Platzierung einer von ihnen sucht ihresgleichen. Ungewöhnlich ist auch die Farbwahl: Die silbernen Schienen glänzen in der Sonne und die beiden neonfarbenen Wagen sieht man fast im gesamten Park.

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Luftaufnahme des Tornado

Bild: Särkänniemi

Illuminierte "Felsen"-Station
"Metro"-Station
Warten auf den Start
Lifthügel
Ausfahrt Kettenlift
Cobra Roll
Luftaufnahme Cobra Roll
Durchstoß des Vertikalloopings
Zufahrt zum einzigartig platzierten Heartline-Spin
Einfahrt zweiter Heartline-Spin
On-Ride des zweiten Heartline-Spin
Weitwinkelaufnahme der Anlage
Zweiter Heartline-Spin

Links: Luftaufnahme des Parks - Rechts: Inline Twist durch den Bahnhof

Bilder: Särkänniemi

Das Erlebnis Tornado beginnt sogar schon weit vor dem Lifthill, schließlich ist die in den Fels eingebaute Station einzigartig und lässt dem Coasterfan das Herz höher schlagen. Dabei wird die kühle Optik im zerklüfteten Fels durch eine gekonnt arrangierte Illumination unterstrichen.

Kaum ist der eine Zug abgefahren, kann die Beladung des zweiten beginnen. Plötzlich ist jedoch ein leises Grummeln zu hören und urplötzlich schießt der erste Zug durch die Station, quer über die Köpfe der Wartenden hinweg. Schreie sind zu vernehmen. Im Bruchteil einer Sekunde ist das Schauspiel wieder beendet.

Was ist geschehen? Der Besucher schaut an die Decke und erblickt drei zu einem Inline Twist gebogene Stahlrohre. Tornado ist derzeit die einzige Loopingbahn, die eine Inversion als Fly Through durch den Bahnhofsbereich besitzt. Es herrscht immer wieder eine Gänsehautatmosphäre wenn der Zug durch die Überkopffigur rast und die Schreie der Mitfahrer durch die Station hallen.

Die "Metro" Station

Dieses Feature ist ohne Zweifel der Höhepunkt der Bahn, doch auch der Rest vermag selbst kritische Fahrer zu überzeugen. Nachdem sich die mutigen Mitfahrer auf die 24 Plätze aufgeteilt haben, Schulterbügel und der zusätzliche Sicherungsgurt geschlossen wurden, kann das Abenteuer im hohen Norden beginnen. Reibräder schieben das tonnenschwere Gefährt um eine Rechtskurve in den Lifthill, die über zwei Minuten andauernde Fahrt hat begonnen.

Nach wenigen Metern geben die Felswände den Blick auf den Park frei. Der Kettenlift zieht den zwölfgliedrigen Zug stetig in die Höhe, rechter Hand liegt die Strecke und das Gelände mit seiner abfallenden Topographie zu Füßen, unter einem dreht die Wildwasserbahn ihre Kreise. Auf 25 Metern Höhenunterschied angekommen, folgt eine 90° Kehrtwende, die den Zug in den First Drop entlässt. Im Tal schließt sich schon die erste Inversion in Form eines Vertikalloopings an. Parallel zum Hauptweg schießt der Zug durch einen Betonkanal, die Füße berühren fast den Boden und erst die nachfolgende Cobra Roll hievt das Gefährt wieder in die Höhe. Zweimal, binnen weniger Sekunden steht man auf dem Kopf, dann folgt ein Moment zum Durchatmen.

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Rechts: Der gekreutzte Vertikallooping

Nach dem fulminanten Beginn folgt ein gestreckter Camelback, der über eine weite Linskurve durch das Zentrum des Vertikalloopings führt. Der Zug absolviert diesen Abschnitt mit geringen Tempo, doch gewinnt danach sofort wieder an Speed. Die Ausfahrt führt direkt hinein in den eben beschriebenen Inline-Twist, der den Zug auf das tiefste Geländeniveau des Parks direkt am Wasser eines großen Sees führt. Kopfüber geht es durch die Station, um 360° dreht sich der Zug um die Herzlinie, nur wenige Meter über die Wartenden hinweg. Wieder im Freien folgt eine aufwärts durchfahrene 270° Helix, der sich parallel zum Bahnhof der zweite Inline-Twist anschließt. Noch eine abschließende 180° Kehrtwende und schon taucht der Zug in die Wirbelstrombremsen ein. Die fast schon kultige Station, welche an technisierte Hauptquartiere aus James Bond Filmen erinnert, hat einen wieder.

Das Ausgangsschienenstück der letzten Kurve wurde auf Wunsch des Betreibers nach der ersten Saison ausgewechselt, gestaltete sich die Fahrt dort schließlich ungewöhnlich rau. Nach dieser unproblematischen Ausbesserung ist das Gesamterlebnis auf Tornado sanft, in den entsprechenden Abschnitten bemerkt der Fahrgast aber die Durchschlagkraft dieser Bahn. Zirka 700 Schienenmeter absolvieren die beiden Züge, eine Blockbremse sucht man dabei vergebens. Tempo und G-Kräfte wirken hier bis auf den irgendwie lustlos absolvierten Durchstoß durch den "Rund" des Vertikalloopings ohne Unterbrechung.

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Halfpipe - Intamins fulminanter Prototyp

Nemesis und Nemesis Inferno - Zwei Inverter der Spitzenklasse

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Das Zusammenspiel zwischen der zerklüfteten Natur und den betont kühl anmutenden, von Menschenhand geschaffenen Bauten der Bahn verleiht der Anlage ihren einzigartigen Charakter. 1200 Personen befördert der Inverted Coaster pro Stunde, so dass längere Wartezeiten auch aufgrund eines verstärkt genutzten Einzelticket Systems selten sind. Mit seinen fünf Achterbahnen bietet der Särkänniemi Adventure Park von Nostalgie bis High Tech eine bunte Mischung für den Achterbahnfan. Vor allem die alte Dame "Jet Star" vom legendären deutschen Hersteller Schwarzkopf steht hier im Kontrast zur modern kühl daherkommenden Retrooptik des Tornado und dem 2003 eröffneten Intamin Prototypen Halfpipe.

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